BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung

Was ist Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Wie können wir eine gerechte und “enkelfähige” Welt gestalten? – Was müssen wir wissen? Was können wir tun? Wie können wir handeln?

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vereint Ökologie, Ökonomie und soziokulturelle Aspekte und erstreckt sich in alle Bildungsbereiche – von Kindergärten, Schulen, außerschulischen Bildungsorten, Berufsausbildung, Universitäten bis in die Erwachsenenbildung und in politische Beteiligungsräume.

Ziel von BNE ist es, Kompetenzen zu erwerben, um die Zukunft aktiv, eigenverantwortlich und nachhaltig gestalten zu können. Selbstwirksamkeit und Partizipation führen zu einer positiven Einstellung gegenüber dem eigenen Verantwortungsbewusstsein. Dieser Ansatz wurde unter dem Konzept der „Gestaltungskompetenz“ von Gerhard de Haan entwickelt und ausformuliert. BNE ist ein Querschnittsthema, das uns alle betrifft und alle angeht, und deshalb fächerübergreifend betrachtet werden muss. Jede*r kann aktiv werden.

Entstehung und Entwicklung von BNE

Im Juni 1992 wurde auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro die Agenda 21 verabschiedet. Mit dieser Agenda erklärten die Vereinten Nationen eine nachhaltige zukunftsfähige Entwicklung zur zentralen Aufgabe unserer Gesellschaften für das 21. Jahrhundert. Der Beschluss wurde von 178 Staaten, darunter auch Deutschland, unterzeichnet. Die wichtigste Grundlage für BNE findet sich in der Agenda 21 unter Kapitel 36 „Förderung der Schulbildung, des öffentlichen Bewusstseins und der beruflichen Aus- und Fortbildung“.

Zehn Jahre später – 2002 –  riefen die Vereinten Nationen für die Jahre 2005-2014 die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aus. Die Dekade wurde international von der UNESCO und national von der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) koordiniert. Hierbei ging es um die Koordination, Vernetzung und Auszeichnung vieler verschiedener lokaler Projekte und Initiativen, die BNE umsetzen. Es wurden ca. 1.500 Dekade-Projekte von der UNESCO ausgezeichnet.

Auf internationaler und nationaler Ebene bestand nach Ablauf der Dekade weiterhin Einigkeit darüber, die Aktivitäten und Projekte weiterzuverfolgen und auszubauen. Hierzu hat die UNESCO das Weltaktionsprogramm “Bildung für nachhaltige Entwicklung” von 2015 bis 2019 ausgerufen. Vom Projekt zur Struktur ist hier der Leitsatz. Deutschland setzt sich für die nationale Umsetzung des Weltaktionsprogramms ein und hat 2017 den Nationalen Aktionsplan veröffentlicht. Bildung für nachhaltige Entwicklung soll damit strukturell in der deutschen Bildungslandschaft verankert werden.

Agenda 2030 und die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals SDGs)

Im September 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen mit der Agenda 2030 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Sie gilt für alle Staaten der Welt. Das Kernstück bilden die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele oder Sustainable Development Goals – kurz SDGs. Hier sind alle drei Ebenen einer nachhaltigen Entwicklung – Ökologie, Ökonomie und Soziokulturelles – gleichermaßen berücksichtigt worden. Die 17 Ziele sind miteinander verbunden, sie bedingen einander und sind nicht teilbar.

Bildung ist unter Ziel 4 integriert “Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslagen Lernens für alle fördern”. Dieses Ziel soll unter anderem mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) erreicht werden.